Hypnosetherapie und warum das Problem immer eine Lösung ist

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Hypnosetherapie wirkt. Die Erfahrungen zahlreicher Therapeuten und Coaches beweist das, mehr und mehr wissenschaftliche Studien weisen ebenfalls die hohe Effektivität einer hypnotherapeutischen Behandlung hach.  Dennoch zählt Hypnosetherapie bedauerlicherweise immer noch nicht zum Standard im Bereich der klassischen Pschychotherapie. Die gute Nachricht ist, dass es glücklicherweise trotzdem mehr und mehr Ärzte, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und Coaches gibt, die mit Hypnosetherapie arbeiten.

Oft wird gefragt, warum Hypnosetherapie eigentlich so viel effektiver ist, als konventionelle Psychotherapie (z.B. Gesprächstherapie u.ä.). Denn nicht nur ist die Erfolgsquote der Hypnosetherapie nachweislich höher als diejenige konventioneller Psychotherapiemethoden, sondern Hypnosetherapie benötigt in der Regel auch deutlich weniger Sitzungen und ist damit auch kostengünstiger als herkömmliche Therapieformen.

Einer der Gründe für die beeindruckenden Erfolge aller hypnotherapeutischen Ansätze, ist die Basis jeder guten Hypnosetherapie:
Das Wissen, dass jedes Problem eigentlich eine Lösung ist.
Das hört sich im ersten Moment seltsam an, ist aber eine tiefgreifende Einsicht, ohne die keine wirkliche und dauerhafte Veränderung möglich ist. Denn diese Erkenntnis zwingt uns dazu, uns eingehend damit zu beschäftigen, was eigentlich der Sinn des Symptoms ist, anstatt einfach nur mit aller Macht das Symptom weghaben zu wollen. Ohne nach den Gründen dafür zu schauen.

Darin unterscheidet sich auch gute Hypnosetherapie von unzureichender (weil oberflächlicher) Anwendung von Hypnose in Therapie und Coaching: viele Anbieter von Hypnosetherapie und Hypnose-Coaching beschränken sich auf rein suggestive Therapie, bei der – einfach gesagt – der Klient in Trance geführt wird um dann in schön formulierten Texten das positive Ziel immer wieder zu beschreiben. Das fühlt sich in dem Moment natürlich gut an und mag in sehr einfachen gelagerten Fällen sogar ein wenig hilfreich sein. Letztendlich setzt es jedoch nicht wirklich an der Wurzel an und kann daher meist auch keine dauerhafte Veränderung ermöglichen.

Diese Behandlungsformen überdecken das Symptom eher, als dass sie versuchen es wirklich zu lösen. Ähnlich, als ob man auf die Tankanzeige im Auto mit dem Hammer haut, sobald sie aufleuchtet. Ja natürlich – die Tankanzeige leuchtet danach nicht mehr, somit ist das Problem scheinbar behoben. Dabei wird jedoch ignoriert, dass die Tankleuchte ja nicht das wirkliche Problem ist, sondern nur eine Anzeige dafür. Und wenn man sich nicht um das eigentliche Problem kümmert (nämlich kein Benzin mehr im Tank), dann wird das Auto früher oder später eben stehen bleiben.

Darum muss gute Therapie genauer hinschauen.

Wenn ein Klient also auf irgendetwas im Leben (eine Situation, eine Person, einen Lebensumstand, ein Ereignis) auf negative Weise reagiert (mit Angst, Wut, Depression oder körperlichen Symptomen) und nicht so, wie er das auf bewusster Ebene eigentlich möchte, dann muss das Ziel jeder Therapie oder jedes Coaching immer sein, den Klienten dabei zu unterstützen auf andere, bessere Weise auf diese Dinge  reagieren zu können.

Wenn also der Klient beispielsweise auf bestimmte Situationen oder Personen ängstlich reagiert, ohne dass er auf bewusster Ebene versteht, was diese Angst auslöst, dann ist das Ziel der Hypnosetherapie natürlich in erster Linie, diese Angst aufzulösen, damit mit der entsprechenden Situation auf erwachsene und entwickelte Weise umgegangen werden kann.

Um dies effektiv tun zu können ist es aber zunächst wichtig, zu verstehen, warum der Klient überhaupt auf diese Art und Weise reagiert, die doch ganz offensichtlich nicht das ist, was er auf bewusster Ebene möchte. Wir müssen also in unserem Beispiel zunächst verstehen, wodurch diese Angst vor der Situation tatsächlich ausgelöst wird, obwohl er doch auf bewusster Ebene genau weiß, dass diese Angst eigentlich unbegründet ist?

Diese Gründe dafür sind fast immer in unserem Unterbewusstsein verankert. Schon die Tatsache, dass es uns in solchen Fällen nicht möglich ist, unsere Reaktionen und Verhaltensweisen über den bewussten Verstand zu steuern, beweist uns das. Es geht hier also um etwas, das im Unterbewusstsein liegt und wir daher keine bewusste Kontrolle darüber ausüben können. Es gibt da also irgendetwas in unserem Unterbewusstsein, das verantwortlich ist, für Dinge die wir tun oder fühlen, ohne dass wir verstehen, warum das so ist.

Aber wie entsteht so etwas?

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Film “Forrest Gump”. Zu Beginn des Films wird der kleine Junge Forrest, der aufgrund eines Wirbelsäulenleidens Beinschienen tragen muss, von einer Horde anderer Kinder gejagt und er wird mit Steinen beworfen. Er befindet sich daher natürlich in einem sehr emotionalen, aufgewühlten Zustand und ist dabei voll fokussiert auf das, was grade geschieht, während er gleichzeitig alles andere im Moment ausblendet – kurz: er befindet sich in einer hypnotischen Trance und weiß nicht, was er als nächstes tun soll.

Das kleine Mädchen, das mit ihm befreundet ist ruft ihm zu „Lauf, Forrest, lauf!“.
Und Forrest tut das: er rennt los und entkommt damit dieser bedrohlichen Situation.

Dieses traumatische Erlebnis hat einen tiefen Einfluss auf Forrest, es wirkt als eine ab sofort tief im Unterbewusstsein verankerte Prägung: Forrest hat eine unbewusste Lösung für ein Problem gefunden und wann immer er ab sofort mit einer Stress-Situation konfrontiert wird, beginnt er einfach zu laufen. Er kann gar nicht anders.

In der ursprünglichen Situation war das tatsächlich ein guter Rat und eine gute und effektive Reaktion. Aber danach war diese Reaktion nicht länger hilfreich. Das Unterbewusstsein hat also eine ganz spezielle Lösung für eine ganz bestimmte Situation verallgemeinert und auf alle künftigen Situationen übertragen, die in irgendeiner Weise der auslösenden Situation ähneln. Ohne zu berücksichtigen, dass andere Situationen möglicherweise auch andere Lösungen erfordern.

Was also als Lösung begonnen hat, wurde am Ende ein Symptom und später im Film sieht man, wie Forrest durch die gesamten USA läuft und einfach nur erschöpft ist.
Er braucht bessere Lösungen.

Und dazu passt der Satz von Milton Erickson (US-Psychotherapeut, der die moderne Hypnosetherapie maßgeblich entwickelt und geprägt hat), den ich schon oben erwähnt habe: „Das Problem ist eine Lösung.“. Aber es ist eben eine Lösung für etwas, das schon vor langer Zeit geschehen ist und diese Lösung ist nicht mehr passend für das gegenwärtige Problem. Mit anderen Worten: das Symptom ist nicht länger eine sinnvolle Lösung.

Wenn wir also in Therapie und Coaching ein Symptom auflösen oder überwinden wollen, dann müssen wir zunächst herausfinden, für welches Problem dieses Symptom ursprünglich eine Lösung sein sollte und unter welchen Umständen es ursprünglich entstanden ist.

Da wir in der Hypnosetherapie in der Lage sind, mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren, ist dies auch sehr gut möglich.
Aber nicht nur das.
Wir sind dann auch in der Lage dazu, das Unterbewusstsein darauf aufmerksam zu machen, dass diese Lösung früher einmal angemessen und hilfreich war, dass das aber heute nicht mehr der Fall ist. 
Wir können dem Unterbewusstsein verdeutlichen, dass wir uns weiter entwickelt haben, dass wir erwachsen geworden sind, dass die Umstände sich verändert haben – kurz: dass die gegenwärtige Realität eine ganz andere ist, als damals, als das Symptom – also die ursprüngliche Lösung – entstanden ist.

Dann ist der Weg frei für neue Lösungsmöglichkeiten. Jetzt können neue Verhaltensweisen und Reaktionen auf die entsprechende Situation entwickelt werden. Reaktionen, die dem gegenwärtigen Leben, den gegenwärtigen Wünschen und Anforderungen auch entsprechen.

Jetzt sind wirkliche Veränderungen möglich.

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